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Im kommenden Jahr wird vieles anders: Mit SEPA rückt Europa weiter zusammen

Kennen Sie schon die Abkürzungen: SEPA, IBAN und BIC? An diese Kurzformen müssen Sie sich jetzt gewöhnen. Es ist die Sprache der Zukunft. Denn der Gesetzgeber hat für den Zahlungsverkehr neue Regeln vorgegeben. Die müssen zum Beispiel für Firmenkunden und Vereine am 1. Februar 2014 umgesetzt sein. Was müssen Privatkunden beachten? Diese Frage beantwortet Sparkassendirektor Michael Huber, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Karlsruhe Ettlingen. 

Was bedeutet SEPA?

SEPA steht für Single Euro Payments Area und umfasst den gemeinsamen Euro-Zahlungsverkehrsraum. 

Wer ist von der SEPA-Umstellung betroffen?

Unternehmer, Kommunen, Vereine, Privatpersonen. Alle – ohne Ausnahme. Allerdings haben Privatpersonen noch zwei Jahre länger Zeit, ihren privaten Zahlungsverkehr umzustellen. Das ist die Theorie. In der Praxis wurden Sie aber sicherlich auch schon von Ihrem Vermieter oder einer Versicherung oder Ihrer Hausbank angeschrieben und informiert. Bei dieser Gelegenheit haben Sie auch erfahren, dass Privatpersonen keine neuen SEPA-Lastschriftmandate erteilen müssen, sondern die bislang erteilten Einzugsermächtigungen weiter gültig bleiben. 

Privatpersonen können für Überweisungen noch zwei Jahre lang die bisherigen Konto-Nummern verwenden?

Ja, das ist richtig. Bis 2016 bleibt für Privatkunden alles beim Alten. Dennoch wird bei Ihrer Hausbank die SEPA-Umstellung im Hintergrund fließend weiterlaufen, obwohl noch Zeit für die Umstellung ist. 

Aber Nachzügler können doch bestimmt nach Ablauf der Frist auf Kulanz hoffen?

Leider nein. Kulanz und Ausnahmen sind ausgeschlossen, weil die alten Systeme taggleich abgeschaltet werden müssen. Dann greift nur noch das neue Zahlungsverkehrsverfahren. 

Und warum das alles?

Da müssen wir einen Blick in die jüngste Vergangenheit werfen: 2002 wurde das Euro-Bargeld eingeführt. Als weiteren Schritt hat die EU 2005 vorgeschrieben, dass der sogenannte unbare Zahlungsverkehr vereinheitlicht werden muss. Dieser Schritt wird am 1. Februar 2014 vollzogen. Dann öffnet sich der europäische Binnenmarkt ein weiteres Stück. Das heißt: Es gibt dann in 33 Ländern (28 EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen und Schweiz) einen einheitlichen Zahlungsverkehrsraum, genannt SEPA. 

Macht SEPA nur Mühe oder gibt es auch einen echten Nutzen? 

Es gibt eine ganze Reihe von positiven Aspekten: 

  • Im SEPA-Raum wird nicht mehr zwischen Inland und Ausland unterschieden.
  • Die Überweisungen werden innerhalb eines Geschäftstages gebucht. Das gilt für den elektronischen Zahlungsverkehr. Wenn Sie beleghaft überweisen, dann dauert die Buchung eventuell einen Geschäftstag länger. Das ist immer noch deutlich schneller als zuvor. Bisher haben Überweisungen ins europäische Ausland zum Teil eine Woche beansprucht.
  • Die Gebühren sind einheitlich; Sie zahlen nur noch für eine Inlandsüberweisung. Wie erwähnt: Es gibt innerhalb des SEPA-Raums kein Ausland.
  • Wer in Deutschland wohnt, aber im Ausland arbeitet, kann sich sein Gehalt jetzt direkt auf sein Konto in der Heimat überweisen lassen. Das war in der Vergangenheit nicht immer möglich.
  • Jeder Kontoinhaber hat jetzt eine ganz individuelle Konto-Nummer. Die so genannte IBAN (International Bank Account Number / Internationale Bankkontonummer).
  • Bei Überweisungen innerhalb Deutschlands reicht die IBAN. Man braucht keine zusätzliche Bankleitzahl angeben. 

Wo finde ich denn meine IBAN?

Ihre neue Konto-Nummer (IBAN) steht bereits auf Ihren Konto-Auszügen. Und inzwischen auch auf der Rückseite der neuen Bankkarten. Außerdem finden Sie IBAN und BIC im Online-Banking unter dem Menüpunkt „Verwaltung“. 

Unterscheidet sich die IBAN sehr von meiner bisherigen Konto-Nummer?

Sie unterscheidet sich vor allem durch die Länge. Die IBAN hat in Deutschland 22 Stellen. Aber sie ist sehr logisch aufgebaut:
Voraus geht der Ländercode: Für Deutschland steht DE
Dann folgt eine zweistellige Prüfziffer.
Dahinter steht die bisherige Bankleitzahl.
Und schließlich folgt die Kontonummer. Damit Sie auf 22 Stellen kommen, wird die Kontonummer mit Vornullen aufgefüllt. 

Beispiel: DE78660501010000098765 

Wirklich neu ist also nur die zweistellige Prüfziffer?

Ja. Und in diese Prüfziffer ist eine Plausibilität eingebaut. Das System erkennt Tippfehler und Zahlendreher. Wird ein Fehler erkannt, stoppt der Überweisungsvorgang automatisch. Dann erscheint eine Fehlermeldung. 

Was bedeutet eigentlich BIC?

BIC steht für Business Identifier Code (Internationale Bankleitzahl). Der internationale Code zur Identifizierung Ihrer Hausbank ersetzt bei SEPA die Bankleitzahl. Er ist aber nur bei Überweisungen außerhalb Deutschlands erforderlich.
Der Code (auch  SWIFT-CODE genannt) besteht aus bis zu elf Zeichen. Er ist ebenfalls sehr logisch aufgebaut und setzt sich aus der Kurzform des Institutsnamens, des Landes und der Orts- bzw. Regionalkennung zusammen. Danach könnten noch drei Stellen für eine Filial-Klassifizierung folgen. 

Beispiel: KARSDE66XXX

Der BIC-Code ist übrigens auch auf Ihren Konto-Auszügen vermerkt.