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Anleger brauchen Zeit, Geduld und Vertrauen

eingestellt von Irmgard Duttenhofer am 12. Oktober 2018

„Wann kommt die Zinswende?“ Mit dieser meistgestellten Frage aller Anleger und der denkbar schwierigsten Antwort für Prognostiker hat sich Philipp Vorndran, Kapitalmarktstratege der Fondsgesellschaft Flossbach von Storch bei einem Vortrag in der Sparkasse Karlsruhe beschäftigt. Die Veranstaltung war eingebunden in die Reihe S-Invest. Sparkassendirektor Lutz Boden erinnerte an die Anfänge der Serie vor 20 Jahren „Damals wurden Spareinlagen mit 2 Prozent verzinst, zehn Jahre später, vor der Lehman-Pleite, mit 4 Prozent.

Gute alte Zeit? Nicht unbedingt, denn damals wie heute ließen sich durch Aktienanlagen weit höhere Gewinne erzielen, als Zinsen auf dem Sparbuch möglich waren, wusste der Gastgeber. Der Referent untermauerte diese Informationen anhand wissenschaftlicher Daten.

Trotz besserem Wissen bleiben aber immer noch viele Sparer ihrem gängigen Verhaltensmuster verhaftet. Fragt man sie nach ihrem Verhältnis zu Aktien, so antworten 84 Prozent mit den Schlagworten Spekulation und Risiko. Die Angstszenarien sind, wissenschaftlich betrachtet, unbegründet.

Viele Sparer warten auch einfach nur auf den optimalen Zeitpunkt zum Einstieg, vermutet Kapitalmarktstratege Vorndran. Diesen Moment wird es nicht geben, so die ernüchternde Antwort des Referenten. Denn Brandherde wie Handelskriege, Brexit, Negativzinsen, Trump-Politik, Unsicherheitsfaktor Nordkorea usw. werden Zweifler immer wieder zurückschrecken lassen. Dabei kam es, trotz Katastrophen und Horrornachrichten, nie zum großen Crash. Der Referent nannte den Grund: die Fundamentaldaten stimmen, die Wirtschaft ist stabil.

Von Aktienanlegern forderte Vorndran drei Dinge: „Zeit, Geduld und Vertrauen“. DAX-verliebte Investoren wies er gezielt auf das „Klumpenrisiko Deutschland“ hin. „Sie haben hier bereits Ihren Arbeitsplatz, sind bereits in der hiesigen Rentenversicherung, besitzen eine eigene Immobilie, haben eine Lebensversicherung usw. Warum wollen Sie auch noch das restliche frei verfügbare Geld in DAX-Werte anlegen?“

Sein Credo lautet Diversifikation, also Risikostreuung. Ein Schlagwort, das Sparkassendirektor Lutz Boden aus der Seele spricht. In seiner Begrüßung wies er bereits auf die offene Produktarchitektur der Sparkasse Karlsruhe hin. „Unsere Beraterinnen und Berater können aus einem riesigen Produktuniversum die passgenaue Vermögensstruktur entwickeln. Damit sind wir deutschlandweit die Nummer 1“, bekräftigt der Vorstand die Positionsbestimmung der Sparkasse Karlsruhe.

Wann kommt also die Zinswende? Die Zinsen werden auch weiterhin auf tiefem Niveau verharren, die Talfahrt wird – wenn überhaupt – nur sehr langsam zu Ende gehen, vermutet der Referent, der seine Prognose auf Langzeitauswertungen wesentlicher Konjunkturdaten stützt. Sein Appell an die Investoren: „Keine Anlageklasse hat attraktivere Chancen-Risiko-Verhältnisse, wie die Aktien. So lässt sich im Zinstief immer noch Geld vermehren“, so Philipp Vorndran.

Auf unserem Foto sind zwei Experten im Dialog: Kapitalmarktstratege Philipp Vorndran (l.) und Sparkassendirektor Lutz Boden (r.)